Soziale Medien als Jobcenter![]() Im Web 2.0 ist der Wettbewerb um die besten Köpfe in vollem Gange. Die neuen Interaktionsformen des Internets – zusammengefasst unter dem Begriff „Social Media“ – haben bereits Einzug in Marketing- und IT-Abteilungen gehalten. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Xing werden von der Mehrheit der Unternehmen nicht nur als interaktives Werkzeug für B2B-Beziehungen, zur Kundenbindung oder Community-Bildung verwendet, sondern auch dafür, Jobangebote auszuschreiben. Wie genau werden soziale Medien in Personalabteilungen als Rekrutierungsinstrumente eingesetzt und wie werden diese Strategien von Jobsuchenden genutzt? Soziale Medien in der PersonalabteilungWelche Kanäle bei der Personalsuche im Netz genutzt werden, beschreibt der Social Media Report HR 2010 (durchgeführt von Thorsten zur Jacobsmühlen in Kooperation mit HRM.de, HRM-Austria.at und personal manager). Demnach verwenden 27 Prozent der österreichischen Unternehmen in ihren Personalabteilungen bereits soziale Medien. In Zukunft möchten auch jene 37 Prozent, die diese noch nicht nützen soziale Medien nutzen – scheitern bisher aber an zu wenig Zeit und Geld. Aus einer MAKAM Studie geht hervor, dass 74% der Social Media aktiven Unternehmen die Social Media Netzwerke als Unterstützung für personalpolitische Maßnahmen verwenden: 20% kontaktieren Bewerber, 19% inserieren offene Stellen und 17% rekrutieren MitarbeiterInnen über diese Plattformen. 27% suchen über diese Quelle zusätzliche Informationen über Personen, die sich im Unternehmen beworben haben. Barbara Wiesinger von monster.at bestätigt, dass vor allem das Karrierenetzwerk Xing von Österreichischen Unternehmen häufig zur Informationssuche über Kandidaten genutzt wird. Sie sieht Social Recruiting als Wachstumsmarkt mit großem Potenzial. Der Alumni Verein der Universität Innsbruck zählt zu jenen Tiroler Organisationen, die Stellenangebote anderer Unternehmen auf Facebook, Twitter und Co. online stellen. Ernst Haunholter vom Alumni Verein der Uni Innsbruck empfiehlt den Unternehmen, auf die Zielgruppe der jeweiligen Plattformen einzugehen. Es mache Sinn, eine Praktikumsstelle auf Facebook zu posten, hingegen seien Stellenangebote für Berufserfahrene auf Xing und LinkedIn oftmals besser aufgehoben. Durch Facebook zum neuen Job?Für Stellensuchende sind Internetjobbörsen nach wie vor der wichtigste Informationskanal, wie aus der Studie „Recruiting Trends 2010“ hervorgeht, die Monster in Kooperation mit den Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main unter den Top 500 Unternehmen Österreichs durchgeführt hat. Mit deutlichem Abstand folgen Firmenwebseiten und Karrierenetzwerke, Printmedien verlieren an Bedeutung und soziale Medien werden noch zurückhaltend bei der Stellensuche verwendet. „Im Alumni Bereich sind soziale Medien ein großes Thema“, berichtet Haunholter und gibt aber zu bedenken: „Von vielen Stellensuchenden werden die Möglichkeiten von Social Media immer noch unterschätzt“. Dies betrifft einerseits die Option, Jobs in Online-Netzwerken zu finden, andererseits müssen Bewerber heute in der Lage sein, genau einzuschätzen, was sie veröffentlichen dürfen, damit es sich später nicht als Stolperstein entpuppt. Denn Privatsphäre im Netz ist, wie die AK bestätigt, eine Illusion: „Was im Netz ist, ist auch öffentlich.“ Gerade in sozialen Netzwerken, wo die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen verschwimmen, sollte daher unbedingt auf eine Trennung der beiden Bereiche geachtet werden. Jeder Bewerber - sei es für eine Managementpositionen oder ein Praktikum - muss mit einem Scan seines Online-Profils rechnen. Eines steht fest: Der Wettbewerb im Netz um die besten Köpfe ist bei Unternehmen in vollem Gange. Und das Bewusstsein, dass soziale Medien bei der Rekrutierungsmaßnahmen wertvolle Dienste leisten können, wächst - sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Stelleninteressenten. 0 Kommentar(e) Mein Kommentar |
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